armutszeugnis im land der begrenzten möglichkeiten

wer sich immer noch wundert, warum ich mit unserem großen bruder jenseits des großen teichs wohl niemals warm werde, der darf doch gerne mal nachfolgenden artikel lesen, den ich heute hasserfüllt in der neuen ausgabe der neon las. dieses land ist und bleibt krank.

dass wirtschaftswachstum kein sicherer armutskiller ist, weiß man in den usa schon lange. dass der jüngste aufschwung jedoch vollkommen an der unterschicht vorbeizieht, macht mittlerweile selbst marktliberalen ökonomen sorgen: jeder achte us-bürger lebt nach der offiziellen definition der regierung in armut. in las vegas hat man nun ein gesetz erlassen, das die bedürftigen zwar nicht aus der statistik, dafür aber aus dem blickfeld verschwinden lassen soll. wer künftig in den städtischen parks obdachlose mit essen versorgt, muss bis zu 1.000 dollar strafe zahlen. hartnäckigen helfern drohen sogar sechs monate haft. die stadt will so obdachlose aus den parks vertreiben. in den vergangenen zehn jahren hat sich deren zahl in las vegas auf 12.000 verdoppelt. viele familien hätten sorge, die grünanlagen zu betreten, rechtfertigt man im stadtrat das gesetz – und meint es ernst: schon jetzt laufen prozesse gegen organisationen, die sich widersetzen. diese lassen sich nicht einschüchtern und versprechen, weiter zu helfen. die meisten bürger von las vegas können den kampf gelassen sehen. picknicks in parks bleiben weiterhin erlaubt.

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