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and justice for all

lieber gott,

du weisst ganz genau wie ich über dich denke und was ich von dir halte. trotzdem wende ich mich mal wieder an dich und bitte darum, dass du mir erklärst, was mich zur zeit so bewegt und mich beschäftigt.

warum tust du das? warum lässt du das zu? ich bin heute 500 kilometer mit meinem auto gefahren um festzustellen, dass ich es für nichts und wieder nichts getan habe. natürlich war es wunderschön, meinen allerbesten freund und dessen familie zu treffen, doch der besuch seiner schwerstkranken mama war nicht möglich, weil sie nicht die nötige kraft dafür hatte.

lieber gott, diese frau hat in ihrem leben nichts anderes getan, als dafür sorge zu tragen, ihre fünf kinder durch das leben zu bringen und mich als nachbarskind als ihr sechstes kind zu akzeptieren und aufzuziehen. wir haben ihr das leben alles andere als leicht gemacht und dennoch hat sie nie den glauben und das vertrauen in uns verloren.

und nun? der hinterhältige krebs hat ihren magen zerfressen von vorne bis hinten. injektionen können ihr nicht mehr in ihre venen gespritzt werden, weil diese schier aufplatzen. mit morphium hältst du sie noch am mehr als erbärmlichen leben.

ich verliere erneut den glauben in dich, chef. warum tust du dieser frau und ihrer familie diese situation zu? warum verreckt hier ein wundervoller und wertvoller mensch? warum entgleitet dir solch ein leben und herrn beckstein und herrn bush geht es gut?

wenn dies deine form von gerechtigkeit ist, die guten menschen verrecken zu lassen, während die schlechten menschen unversehrt bleiben, dann verpiss dich aus meinem leben. und bitte wisch mir bloß nicht die tränen aus meinen augen, die ich heute nacht vergiessen werde. du bist vermutlich nur für einen elite-kreis bestimmt. du hast versagt. erneut.

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